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Schulhund

Konzept „Schulhund“

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1.    Einleitung  

 „Durch unser Schulprofil (Arbeits- u. Berufsorientierung und Lernkultur zu verbessern) haben wir uns zu einer Arbeit verpflichtet, die einen erweiterten Lern- und Leistungsbegriff, d.h. die Entwicklung von Kompetenzbereichen, in den Vordergrund stellt.“ (Gottfried-Linke-Realschule). Da der Einsatz von Schulhunden dieses Ziel unterstützen kann, möchten wir in unsere Arbeit die Vorteile der so genannten „hundegestützten Pädagogik“ einbeziehen. Verschiedene Studien belegen, dass der Einsatz von Schulhunden eine ernstzunehmende und wirkungsvolle Ergänzung zum Unterricht sein kann. Hunde können allein durch ihre Anwesenheit die Lernatmosphäre im Klassenzimmer nachhaltig positiv verändern. Bei Lehrern und Schülern führt das stressfreiere Unterrichtsklima zu einer höheren Zufriedenheit und Motivation, durch welche der Lernerfolg gesteigert werden kann. (vgl. Heyer/ Kloke 2011, S.162). „ Der Hund als Lehrer auf vier Pfoten nimmt jeden Schüler (…) vorurteilsfrei an, eröffnet neue Wege sozialer Interaktionen und gestaltet Schule während seiner  Anwesenheit zu einem angenehmen Lern- und Lebensort.“ (ebd.)  

2.    Was ist ein Schulhund

Lt. Wikipedia ist ein „ Schulhund ein speziell geprüfter Hund, der in Schulklassen eingesetzt wird, um Kindern Erfahrungen im Umgang mit Hunden zu ermöglichen. (…)Mehrere Hundert Schulhunde aus verschiedenen Rassen oder Mischlingshunde werden derzeit eingesetzt. (…)Neben ehrenamtlichen Hundeführern können auch Lehrpersonen ihre eigenen Hunde im Unterricht einsetzen: Die Tiergestützte Pädagogik mit dem Hund setzt einen pädagogischen Abschluss des Hundeführers voraus. Es besteht ein pädagogisches Konzept, das die individuellen Voraussetzungen der Schüler und des Hundes berücksichtigt. Ziel ist eine individuelle Förderung der einzelnen Schüler und ein effektiveres Arbeiten in der Klassengemeinschaft.“ (Wikipediahttp://de.wikipedia.org/wiki/Schulhund) Der Begriff Schulhund bezeichnet demnach einen Hund, der „zur Unterstützung pädagogischer Prozesse aktiv und regelmäßig von Pädagogen in den Unterricht integriert wird“ (Heyer/Kloke 2011 S.18)  

3.    Erfahrungen mit hundegestützter Pädagogik

Mittlerweile gibt es langjährige Erfahrungen und zahlreiche Publikationen auf diesem Gebiet. Einstimmig kommen diese zu positiven Auswirkungen von Schulhunden.    
Schulhunde geben Hilfe zur Erziehung:
-      durch den  Abbau von Angst
-      durch den Abbau von Hyperaktivität
-      durch Reduzierung der Aggressivität
-      durch Abbau von Einsamkeit und Langeweile (Außenseiter)
Schulhunde geben Hilfe zur Erziehung durch Motivation:
-      Förderung aller Sinne und dadurch Stärkung der Wahrnehmung sowie
       der Kommunikationsfähigkeit
-      Förderung der Fein -u. Grobmotorik im Umgang mit dem Hund
-      Entwicklung von sozialer und emotionaler Kompetenz
-      Förderung der Konzentrationsfähigkeit
-      Förderung von Verantwortungsbewusstsein
-      Förderung der Empathiefähigkeit 
       (vgl. Schulkonzept Dresden u.  Heyer/Kloke 2011 S.78)  
  
4.  Voraussetzungen bei den Hunden  

Nicht jeder Hund eignet sich für den Einsatz in der hundgestützten Pädagogik. Er sollte kein Störfaktor sein und darf selbstverständlich nicht die Aufmerksamkeit des Lehrers vom eigentlichen Unterrichtsgeschehen ablenken. „Als Co-Pädagoge unterstützt der Hund (…)den Lehrer bei dessen Erziehungs– u .Bildungsauftrag. Der Umfang und die inhaltliche Gestaltung des hundgestützten Unterrichts variieren dabei von einer reinen Anwesenheit des Hundes in der Schule bis hin zu einer aktiven Teilnahme des Vierbeiners als Vorbild und Lernkamerad im Unterricht“ (Heyer/ Kloke 2011 S.17).“Selbstverständlich kann und muss man den Schulhund auf seinen Einsatz vorbereiten, doch muss er für diese Arbeit bestimmte Wesens -u. Leistungsmerkmale mitbringen, welche man ihm nicht anerziehen kann (vgl.ebd.)  

Charakterliche Voraussetzungen des Hundes sollten somit sein:
-      keinerlei aggressive Ausstrahlung
-      am Menschen orientiert
-      gehorsam, ggf. auf Handzeichen trainiert
-      ruhiges Wesen
-      absolut verträglich mit Kindern
-      keinerlei Beißansätze
-      nicht sehr geräuschempfindlich  

Kurzum, „nur ein schwanzwedelnder, fröhlicher Hund, der seine Arbeit mit Spaß und Freude erledigt, wird Kinderaugen zum Leuchten bringen!“ (ebd.S.32)  
Unsere beiden Schulhunde Buddy und Milow leben artgerecht als Familienhunde in der Familie der Lehrerin Sabine Blumenstein. Momentan befinden sich beide in der 8 monatigen Ausbildung zum Schulhund in Wittenberg. (http://www.schulhundweb.de/index.php/Erster_Fachtag_Hundgest%C3%BCtzte_P%C3%A4dagogik_in_Sachsen-Anhalt)


Beide Hunde begleiten diese vorerst einmal  in der Woche zur Hunde AG in die Schule. So können sich die Hunde langsam an den Schulalltag gewöhnen. Die Hunde AG wird  von der Hundetrainerin Frau Grüttner (http://www.hundeschule-gruettner.de/) geleitet. Hier lernen die Schüler den richtigen Umgang mit Hunden und erfahren viel über eine artgerechte Hundehaltung und Auslastung der Tiere durch positive Verstärkung. (z.B. Clicker)

Milow und Buddy werden langfristig auch in Schulklassen als Schulhunde eingesetzt.

Frau Blumenstein besitzt eine über 20jährige Erfahrung im Umgang mit Hunden. Zusätzlich hat sie  sich bereits 2001 im Rahmen ihrer 1ten Examensarbeit mit dem Thema „Artgerechte Tierhaltung als Möglichkeit eines handlungsorientierten Sachunterrichts dargestellt an der Unterrichtseinheit Haustiere“ mit dem Einsatz von Tieren an Schulen auseinandergesetzt. Im Anschluss daran arbeitet sie mehrere Jahre aktiv im Arbeitskreis „Artgerechte Tierhaltung in der Schule“ durch das Schulbiologiezentrum Hannover unter Leitung von Gloria Ilsemann-Schütz. Frau Blumenstein hat sich zur weiteren Qualifizierung dem Arbeitskreis Schulhund Niedersachsen Süd-Ost angeschlossen und nimmt  regelmäßig an dessen Fortbildungen statt. Buddy und Milow bilden das neue Schulhundteam. Sie lösen Willy und Brooklyn ab, die Frau Blumenstein viele Jahre erfolgreich in die Schule begleitet haben.

Beide Hunde gehören der Rasse Cavalier King  Charles Spaniel an und sind sehr kinderlieb, da sie vom Welpenalter an engen Kontakt mit den Kindern und Freunden der Kinder der Familie hatten.

  „Der Cavalier King Charles Spaniel ist ein munterer, fröhlicher und anpassungsfähiger Hund und zudem sehr folgsam. Er will vor allem eines: Seinem Besitzer gefallen. Deswegen ist er auch für Erst-Hundebesitzer nicht schwer zu erziehen. Der Cavalier King Charles Spaniel liebt Menschen, kommt gut mit Kindern aus und kann ebenso für ältere Menschen ein idealer Wegbegleiter sein. Auch mit anderen Hunden und Haustieren verträgt er sich im allgemeinen gut. Er schätzt lange Spaziergänge. Die meisten Cavalier King Charles Spaniels mögen kleine sportliche Aufgaben, wie zum Beispiel Apportieren.“ (Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Cavalier_King_Charles_Spaniel#Kurzbeschreibung)
    
5.   Hygienische Voraussetzungen  
Tiere können sowohl dauerhaft als auch vorübergehend im Klassenzimmern gehalten werden. Die Tendenz vergangener Jahre sich gegen eine Tierhaltung in der Schule auszusprechen, oft mit der Begründung gesundheitlicher und hygienischer Probleme und Gefahren, besteht nicht mehr. Stattdessen sprechen sich jetzt viele Gesundheitsämter für die Möglichkeit der Tierhaltung auch im Klassenzimmer aus, unter der Voraussetzung, dass bestimmte Bedingungen eingehalten werden. Ausschlaggebend für den Wandel war u.a., dass nach neueren Erkenntnissen erwiesen ist, dass Kinder, die von klein auf mit Tieren aufwachsen, scheinbar weniger anfällig für Allergien sind. Kinder mit bekannten Allergien sind selbstverständlich nicht für den Besuch einer Klasse mit hundgestützter Pädagogik geeignet. “Erfahrungswerte aus den Schulen mit langjähriger Praxis mit Schulhunden ergeben, dass es bisher in keinem Fall zu bedrohlichen allergischen Reaktionen kam.“ (Schulkonzept Dresden) Diese Erfahrung kann Frau Blumenstein aufgrund ihrer nun achtjährigen Erfahrung im Einsatz mit Schulhunden bestätigen. Selbstverständlich sind die Hunde gesund und werden regelmäßig geimpft und entwurmt( Impfpass).  Außerdem werden Buddy und Milow regelmäßig prophylaktisch  gegen Ektoparasiten (Flöhe, Zecken) behandelt.  Die Schüler/Innen werden zur Einhaltung hygienischer Standards angehalten wie z.B. waschen der Hände nach dem Kontakt mit den Hunden, oder ggf. Bereitstellung eines Händedesinfektionsmittels.(vgl. Ilsemann-Schütz, Gloria 2001)  

6.  Verhaltensregeln

Die Regeln für die Kinder im Umgang mit Buddy und Milow werden im Vorfeld im Unterricht gemeinsam erarbeitet!

- Die Ergebnisse werden auf einem Plakat zusammengestellt und für alle         sichtbar im Klassenraum angebracht.
- Kein  Kind wird genötigt, Kontakt mit den Hunden aufzunehmen.
- Kinder mit Angst werden behutsam an die Begegnung mit den Hunden
  herangeführt


Literatur: 

Ilsemann-Schütz, Gloria/ Landeshauptstadt Hannover, Schulamt, Schulbiologiezentrum(Hrsg.) Rechtliche Fragen zur Tierhaltung in der Schule14.5. Hannover 2001.
Der Schulhund .Eine Praxisanleitung zur hundegestützten Pädagogik im Klassenzimmer von Meike Heyer und Nora Klocke. Dr. Dieter Fleig GmbH (Hrsg.) Kynos Verlag 20011.
Menschen brauchen Tiere. Grundlagen und Praxis der tiergestützten Pädagogik von Prof.Ehrhard Olbrich und Dr. Claudia Otterstdt(Hrsg.), Kosmos Verlag 2003.

 Internetquellen:

http://www.prodog.de/prodog-aktiv-therapiebegleithunde.php
http://www.schulhundweb.de
http://www.willi-graf-schule.de/index.php?option=com_content&view=article&id=61&Itemid=93
http://www.71-gs.de/prod/Konzeption_2010_2011-2.pdf
Wikipedia: 
http://www.de.wikipedia.org/wiki/Schulhund
http://www.hundeschule-gruettner.de/